- Wie liste ich meinen Tech-Stack im Lebenslauf auf?
- Nach Kategorien und nach Erfahrungstiefe: Sprachen, Frameworks, Datenbanken, Cloud und Werkzeuge, jeweils mit Jahren oder Einsatzhäufigkeit. Alles, was dort steht, solltest du im Fachgespräch belegen können — eine Technologie aus einem Tutorial gehört nicht in dieselbe Zeile wie die, mit der du täglich arbeitest. Versionen nenne dort, wo sie relevant sind.
- Gehören GitHub-Profil und Nebenprojekte in den Lebenslauf?
- Ja, wenn dort etwas liegt, das jemand tatsächlich ansehen kann. Ein Link auf ein Repository mit lesbarem README, Tests und Commits aus den letzten Monaten ersetzt drei Zeilen Selbstbeschreibung. Ein leeres Profil oder ein Fork ohne eigene Änderungen wirkt eher gegen dich. Beim Quereinstieg ist dieser Abschnitt oft der wichtigste im ganzen Dokument.
- Habe ich ohne Informatikstudium eine Chance?
- Ja — die meisten deutschen Ausschreibungen formulieren „Studium oder vergleichbare Qualifikation“, und dazu zählen die Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung, eine Umschulung oder mehrere Jahre nachweisbarer Berufserfahrung. Entscheidend ist die Reihenfolge: Projekte und Berufserfahrung nach oben, Bildungsweg nach unten. Verschweige den Quereinstieg nicht, sondern datiere ihn.
- Auf Deutsch oder auf Englisch bewerben?
- In der Sprache der Stellenanzeige. Eine deutsche Anzeige bekommt einen deutschen Lebenslauf, auch wenn im Team Englisch gesprochen wird; eine englische Ausschreibung bekommt eine englische Fassung. Resume Copilot erkennt die Sprache automatisch aus Anzeige und Lebenslauf und gibt das Ergebnis entsprechend aus.
- Wie zeige ich Remote-Erfahrung im Lebenslauf?
- Schreib das Arbeitsmodell direkt an die jeweilige Station — vor Ort, hybrid oder remote, mit Firmensitz und deinem eigenen Standort. Wer verteilte Teams gewohnt ist, belegt das konkret: asynchrone Abstimmung, schriftliche Entwürfe und Dokumentation, Übergaben über Zeitzonen, Bereitschaftsdienst. Eine pauschale Zeile „remote möglich“ am Ende ersetzt das nicht.
- Wie lang darf ein Lebenslauf als Softwareentwickler sein?
- Zwei Seiten genügen fast immer, auch nach zehn Jahren. Die letzten drei bis vier Stationen bekommen Stichpunkte, ältere schrumpfen auf Titel, Firma, Zeitraum und Stack. Eine Liste aller Projekte gehört in ein separates Projektprofil, wie es Freelancer und Beratungshäuser nutzen.
- Gehören Zertifikate wie AWS oder Kubernetes in den Lebenslauf?
- Ja, mit Ausstellungsjahr und, wo es eines gibt, Ablaufdatum, denn viele Cloud-Zertifikate müssen nach einigen Jahren erneuert werden. In Beratungen und bei Cloud-Stellen sind sie oft ein Filterkriterium, in Produktteams zählen sie weniger als belegte Arbeit. Ein abgelaufenes Zertifikat nennst du nur, wenn das Wissen noch im Alltag steckt.
- Ich komme aus dem Ausland. Was muss für deutsche Arbeitgeber drinstehen?
- Nenne deinen Aufenthaltsstatus oder den Hinweis, dass du eine Blaue Karte EU beantragen willst, denn danach wird meist zuerst gefragt. IT-Fachkräfte können die Blaue Karte seit November 2023 auch ohne Hochschulabschluss bekommen, wenn sie in den letzten sieben Jahren mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung gesammelt haben. Dazu kommen Deutsch- und Englischniveau nach GER und dein möglicher Starttermin.